Mein Instagram Account

Mit der Veröffentlichung meines Buches ging dann auch die Arbeit los. Geschichten waren geschrieben, Bilder mit KI generiert, jetzt musste die Werbetrommel gerührt werden, es wurde Ernst. Meine Tochter sagte: „Ein Instagram Account muss her!“ Und wie technikaffine Menschen manchmal ebenso sind, behauptete sie, dass es ganz einfach sei. Ein leichter Film von Angstschweiß bildete sich auf meiner Stirn. Ich hatte noch nie mit Instagram zu tun gehabt, aber schon viel Schlimmes gehört und ich persönlich war schon froh, wenn ich mein gewünschtes Ziel erreichte, nachdem ich Google Maps mit Daten gefüttert hatte. Massenhaft Neues, Fragen und Entscheidungen prasselten auf mich nieder: Wie sollte der Account heißen, sollten die Posts auch auf Facebook veröffentlicht werden, möchtest du lieber Beiträge oder Reels erstellen… Was, bitte schön, sind Reels? Von nun an musste meine Tochter mich bei jedem technischen Schritt begleiten. Ich könnte mir vorstellen, dass sie die Idee einen Account für mich zu gestalten schon recht schnell bereute. Dennoch, sie wies mich geduldig ins Neuland ein und half mir, mich in den Tiefen von Instagram zurecht zu finden. Wir haben Fotos gemacht, Bilder mit KI erstellt, Videos gedreht, die sie dann bearbeitet hat und vieles mehr. Während der ersten Zeit habe ich mehr gelöscht als veröffentlicht, aber am Ende des Tages war ich dann doch immer recht zufrieden mit meinen „Posts“. „Gut“ sagte mein Nachwuchs lapidar, „wäre es, wenn du täglich etwas posten würdest.“ Ich musste laut lachen, wann sollte ich das denn noch machen, nachts? Bei mir dauerte die Erstellung eines Beitrages oder einer Story ein halbes Leben und das täglich? Guter Witz, auf keinen Fall. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass regelmäßig gepostet werden sollte. Regelmäßig war ein guter Kompromiss. Zweimal im Jahr war schließlich auch regelmäßig. Inzwischen ist etwas Zeit ins Land gegangen. Ich kann Beiträge, Reels und Stories erstellen, diese mit meiner gewünschten Musik hinterlegen, ich kann Texte auf Fotos oder Bilder hinzufügen, Effekte einsetzen und ich weiß, was Hashtags sind. Wahrscheinlich kann ich erst einen Bruchteil dessen, was bei Instagram möglich ist, vorerst bin ich aber noch mit den mir kenntlichen Möglichkeiten voll ausgelastet. Das Posten geht mir derweilen etwas flüssiger von der Hand. Ich lösche auch nichts mehr, ich kontrolliere vorm Veröffentlichen einfach ungefähr zwanzig Mal, ob alles zu meiner Zufriedenheit ist. Geblieben aber ist: Liebe Tochter, wirfst du bitte vor der Veröffentlichung nochmal kurz ein Auge auf das, was ich, wie auch immer, erstellt habe?! Hilffeee, hier funktioniert etwas nicht!!! Mach es weg, Kind, dass sollte so nicht werden!!!“ Immerhin ist sie die Fachfrau! An dieser Stelle: Herzlichen Dank an dich, liebe Lea, nach deinem Studium werde ich die erste Kundin deines Unternehmens sein – versprochen!

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